Seit ich in den USA wohne, erlebe ich manchmal merkwürdige Reaktionen, wenn ich von Interviews spreche. Zum Beispiel sage ich: “Ich muss diese Woche wahrscheinlich für ein Interview nach Los Angeles”, und daraufhin schaut meine Bekannte völlig entsetzt. Irgendwann stellt sich dann heraus, dass wir mal wieder der Uneindeutigkeit des Begriffs in die Falle gegangen sind: Auf Deutsch sind Interviews ganz klar journalistische Formate. Auf Englisch benutzt man dasselbe Wort außerdem für ein Vorstellungsgespräch. Und auch Journalistinnen gehen schließlich zu Vorstellungsgesprächen (weshalb meine Bekannte fürchtete, ich zöge bald weit, weit weg, dabei sollte ich doch nur mit einer Band sprechen).
Aber was fragen eigentlich die Profis den Nachwuchs, der vielleicht bald schon als Top-Interviewer bekannt werden wird?
[Weiterlesen? Bitteschön! →]
Tags: Frageformen · Interviewführung
Das Geheimnis eines wirklich guten Interviews ist gleichzeitig simpel und höllenschwierig: Man muss ins Gespräch kommen. Aber genauso, wie Journalisten stundenlang an Worten feilen, bis ihr Text so klingt, als hätten sie ihn mal eben so aus dem Ärmel geschüttelt, klingt auch ein Interview nicht ohne Weiteres, als würden sich da zwei Kumpels über ihr Lieblingsthema unterhalten. Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber zwei Anhaltspunkte:
[Weiterlesen? Bitteschön! →]
Tags: Interview · Interviewführung
Alle Jahre wieder passiert es, heute beim Handelsblatt: Da erscheint ein Interview ohne Antworten, weil das Gezerre um den Inhalt eines Textes überhand nahm, der darauf beruht, dass tatsächlich jemand gefragt und ein anderer geantwortet hat. Die taz hat vor vielen Jahren einmal ein solches Interview auf die Titelseite der Printausgabe gestellt und die Antworten geschwärzt. Handelsblatt Online verwendet dafür Weißraum. Und was steckt dahinter?
[Weiterlesen? Bitteschön! →]
Tags: Autorisierung · Interview · Wirtschaftsthemen
Jörg Thadeusz bringt die goldene Interviewregel auf den Punkt: Man solle sich für seinen Interviewgast mehr interessieren als für sich selbst. Klar, bei Thadeusz will man immer gleich Ironie oder Sarkasmus heraushören. Aber die Bemerkung funktioniert auch ganz hervorragend ohne die Spitze gegen gewisse TV-Talker, die darin stecken mag. Das Interview auf Planet Interview, geführt von Maren Schuster und Martin Paul, lässt viel Raum für Thadeusz’ Haltung. Es erinnert daran, wie schön es ist, mit einem geistreichen Menschen zu sprechen – und dass ein Interview nicht allein von den Fragen abhängt.
Nachlesen? Bitteschön!
Tags: Interview · Interviewführung
Auch Interviewer wollen gefragt sein – schließlich brauchen die meisten von ihnen recht oft etwas zu essen, und das kostet Geld. Erst einmal ist es also ganz toll, wenn ein Interview-Auftrag nach dem nächsten ansteht. Aber: Wer gute Interviews machen will, muss sich auf seine Interviewpartner einstellen. Und das braucht Zeit. Es ist eine Kunst, die Balance zwischen Viel und Gut herzustellen. Aber es gibt ein paar Kriterien, die die Entscheidung leichter machen.
[Weiterlesen? Bitteschön! →]
Tags: Strategien · Vorbereitung
Adam Lazzara beantwortet die Frage nicht. Der Sänger von Taking Back Sunday lässt ein paar Allgemeinplätze vom Stapel, und sie versinken direkt im Meer der Bedeutungslosigkeit. Es ist keine weltbewegende Angelegenheit, wir sprechen schließlich über eine Band, nicht über ein Atomkraftwerk. Aber trotzdem soll ja am Ende etwas Brauchbares aus dem Interview werden. Was tun?
[Weiterlesen? Bitteschön! →]
Tags: Interviewführung · Strategien
Darren O’Donnell hat ein interaktives Theaterstück ausgedacht, das nicht nur den Namen “Q+A” (question and answer, auf Deutsch: Wortlautinterview) trägt, sondern auch genau so funktioniert: Das Publikum wird zum Interviewer und Interviewten. Heute habe ich das erlebt. Und mich unvermittelt auf der anderen Seite wiedergefunden.
Nachlesen? Diese Geschichte habe ich bei Moment: New York aufgeschrieben.
Tags:
Wenn Interviewer Interviewer interviewen, entsteht kein Witz, sondern – im besten Falle – ein Interview zum Mitlernen. Ein schönes Beispiel ist Klaas Tigchelaars auf Planet Interview erschienenes Interview mit Katrin Bauerfeind. Er fragt zuerst einmal so:
Frau Bauerfeind, von Interviewer zu Interviewerin: Die No-Go-Einstiegsfrage, welche wäre das für dieses Interview?
Auf diese Frage bekommt er keine direkte Antwort, aber eine anschaulich geschilderte Szene dazu, was man in Sachen Einstiegsfrage bedenken sollte. Später erzählt Katrin Bauerfeind noch einige weitere Anekdoten, aus denen man sich Interview-Ratschläge basteln kann.
Nachlesen? Bitteschön!
Tags: Interview
So, da liegen also jetzt jede Menge Interview-Aufnahmen wie ein Heuhaufen, aus dem Zitate für ein Porträt gezogen werden sollen. Manchmal will man das Gesagte bearbeiten, damit es in den Kontext passt: Hier zieht sich ein Satz in die Länge, dort fehlt es an Klarheit. Ist das denn erlaubt?
[Weiterlesen? Bitteschön! →]
Tags: Interview · verschriftlichen · Wirtschaftsthemen
Kurze Frage, gute Frage. So einfach kann man es sich machen. Bis dann das Gesprächsthema in Tiefen abtaucht, die nur versteht, wer, nun ja: im Thema steckt. Irgendwo müssen da weitere Informationen hingesteckt werden. Manches Mal nehme ich diesen Impuls als Zeichen dafür, dass eine andere Textform als ein Wortlaut-Interview besser passt. Aber das muss nicht sein. Das Interview eines Tagesschau-Teams mit Aung San Suu Kyi funktioniert trotz der Fragen mit einem Vorbau, auf dem eine Fußballmannschaft zum Grillen antreten könnte.
Nachlesen? Bitteschön!
Tags: Frageformen · verschriftlichen