Ein angenehmer Ort kann das Interview für beide Seiten erleichtern. So lassen Pressebetreuer den Konferenzraum mit Getränken und Keksen ausstatten, oder sie buchen gleich ein schickes Hotel-Penthouse, auf dessen Sofa sich fläzen kann, wer das für image- oder gesprächsfördernd hält. Dass ich jetzt hier auf der Dachterrasse sitze, war aber nicht die Idee von Pressebetreuern. Zwar waren gleich drei von ihnen an der Anbahnung des Interviewtermins beteiligt. Den Ort aber hat mein Gesprächspartner vorgeschlagen - und am Ende passiert etwas, das wir beide nur von Terminen mit Pressesprechern kennen.
ZURÜCKGEFRAGT
21.07.2010 von
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Recherche-Interviews, finde ich, kann man nur bedingt vorbereiten. Meistens denke ich mir bei solchen Gelegenheiten, ich könne ja immer noch ein “richtiges” Interview nachschieben, wenn eine Person sich dafür anbietet. Vielleicht ist das nur eine schlechte Angewohnheit. Trotzdem schreibe ich mir vor Rechercheterminen einige konkrete Fragen auf - allein schon, damit ich auf die Punkte achte, die mir wichtig erscheinen. Und manchmal führt die Situation dann zu Überraschungen - wie gestern mit Yeohlee Teng.
VOM STAR-INTERVIEW ZUM ZITAT-GENERATOR
13.07.2010 von
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Interviews sind Kunst. Und ein Geschäft. Auf der einen Seite des Handels steht einer, der Aufmerksamkeit für sich erwirbt (und für was auch immer er gerade für lukrativ oder wichtig hält). Auf der anderen Seite steht einer, der Aufmerksamkeit für sein Magazin erwirbt (weil er das für lukrativ oder wichtig hält). Und dazwischen steht der Interviewer. Also ich.
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WENIGE FRAGEN, VIEL STOFF
06.07.2010 von
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Da denkt sich ein Superstar einen exklusiven Vertriebsweg für sein neues Album aus: Gratisbeilage in einer Zeitung. Das bringt einem Journalisten eben jener Zeitung eine weltexklusive Interviewchance ein bei einem, der als mysteriös, exzentrisch und interviewscheu gilt. Mehr Druck geht nicht. Prompt stellt sich heraus, dass ein klassisches Interview mit Prince nicht zu führen ist.
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FRAGEN FINDEN
01.07.2010 von
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Beim Interview habe ich einen Plan. Ich weiß, was ich wissen will, meine Fragen sind zugespitzt formuliert, eine Reihenfolge habe ich auch im Kopf - das schafft Raum, um zuzuhören und zu reagieren und dann doch alles ganz anders zu machen und trotzdem das Ziel im Visier zu behalten. Aber erst einmal müssen ja die Themen und Fragen irgendwo herkommen. Auch dafür gibt es Strategien.
EIN INTERVIEW VON A BIS Z
23.06.2010 von
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Manchmal geht das so: Magazinmacher denken sich feste Rubriken aus, und Interviewer müssen es dann ausbaden. Liebstes Hobby, Schönheitstipp, Bücher für die einsame Insel, und bitte mit ein paar Sätzen drumherum, lieblos nach dem eigentlichen Auftrag abgehakt und entsprechend langweilig. Manchmal geht das nicht anders. Manchmal steht hinter einem solchen Ergebnis aber bloß Faulheit. Das beliebte “A bis Z” zum Beispiel, bei dem man Interviewpartner zu 26 verschiedenen Begriffen assoziieren lässt, kann man sehr wohl in ein unterhaltsames Gespräch verwandeln. Das Erfolgsgeheimnis:
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ZUM SINGEN BRINGEN
07.06.2010 von
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In den USA gibt es keine Autorisierungs-Tänzchen zwischen Interviewpartnern (oder deren Agenten) und Journalisten (oder deren Redakteuren). Sagen wir immer ganz neidisch. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Künstler cool bleiben, wenn ihnen ein Interview oder ein Porträt nicht gefällt. Neuestes Beispiel: M.I.A.
OHNE FRAGE(R)
03.06.2010 von
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Interviews finden nicht nur hinter geschlossenen Türen statt, sondern auch öffentlich. Manchmal verstecken sie sich dann hinter Begriffen wie “Podiumsdiskussion” oder “Talk”. Oft werden Journalisten engagiert, um eine Gesprächsrunde in Gang zu bringen oder es einem Gast zu ersparen, einen schnöden Vortrag halten zu müssen. Weil Journalisten es drauf haben sollten, wie man gute Gespräche führt. Aber plötzlich frage ich mich, ob das wirklich stimmt. Mehr noch: Ob Interviewer in Live-Situationen womöglich überflüssig sind.
FRAGEN NACH DEM UNBEGREIFLICHEN
27.05.2010 von
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Wieso macht der das? Um diese Frage kommt Philip Banse nicht herum. Für dctp.tv interviewt er den Journalisten Stefan Laurin, Mitbegründer des Blogs “Ruhrbarone“, das - obwohl klar auf eine Region bezogen - sehr viele Leser anzieht und in Rankings gut abschneidet. So etwas hätte man gern als Geschäftsschablone in Medienkrisenzeiten. Doch gleich zu Beginn [Weiterlesen? Bitteschön! →]
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BIS EINER HEULT
17.05.2010 von
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“Mann, mit diesen ewigen Depressionen kann der Typ einem ja leid tun”, sage ich in einer Pause zur Pressefrau. Woraufhin sie mir erzählt, dass er bei dem Interview, das im Anschluss an meinen Termin stattfand, vor laufender Kamera in Tränen ausgebrochen ist.
Ob das stimmt, weiß ich nicht. Ich habe lange überlegt, ob ich darüber überhaupt schreiben soll. Aber mich reizt die Frage dahinter: Wollen wir das? Gibt es Journalisten, die es als ihren Job begreifen, solche Emotionen hervorzurufen?