Seit ich in den USA wohne, erlebe ich manchmal merkwürdige Reaktionen, wenn ich von Interviews spreche. Zum Beispiel sage ich: “Ich muss diese Woche wahrscheinlich für ein Interview nach Los Angeles”, und daraufhin schaut meine Bekannte völlig entsetzt. Irgendwann stellt sich dann heraus, dass wir mal wieder der Uneindeutigkeit des Begriffs in die Falle gegangen sind: Auf Deutsch sind Interviews ganz klar journalistische Formate. Auf Englisch benutzt man dasselbe Wort außerdem für ein Vorstellungsgespräch. Und auch Journalistinnen gehen schließlich zu Vorstellungsgesprächen (weshalb meine Bekannte fürchtete, ich zöge bald weit, weit weg, dabei sollte ich doch nur mit einer Band sprechen).
Aber was fragen eigentlich die Profis den Nachwuchs, der vielleicht bald schon als Top-Interviewer bekannt werden wird?
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Tags: Frageformen · Interviewführung
Darren O’Donnell hat ein interaktives Theaterstück ausgedacht, das nicht nur den Namen “Q+A” (question and answer, auf Deutsch: Wortlautinterview) trägt, sondern auch genau so funktioniert: Das Publikum wird zum Interviewer und Interviewten. Heute habe ich das erlebt. Und mich unvermittelt auf der anderen Seite wiedergefunden.
Nachlesen? Diese Geschichte habe ich bei Moment: New York aufgeschrieben.
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Ich bin keine Freundin von abgegriffenen Fragen. Und diesmal habe ich das, was Auftraggeber und Leser wissen wollen – das Geheimnis von Erfolg nämlich; das Interview soll in einem Karrieremagazin erscheinen – so lange in meinem Kopf herumgeschoben, bis wenigstens eine kurze Frage daraus wird. Ich entscheide mich, sie Martin Herrenknecht gleich zu Beginn zu stellen, zum Warmwerden. Ich kann ja nicht ahnen, dass seine Antwort auf Anhieb in meine private Hitliste schießt.
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Tags: Frageformen · Interviewführung · Wirtschaftsthemen
Oft ist es viel leichter, einen Interviewtermin zu bekommen, wenn man ganz direkt fragen kann. Also nicht erst einmal dem Pressesprecher einen Brief schreiben oder die PR-Frau telefonisch überzeugen muss, um die Kerninformationen dann nach dem Stille Post-Prinzip weiterlaufen zu sehen, hilflos, mit Reibungsverlusten. Deshalb greife ich zu, wenn sich die Gelegenheit bietet. Und diesmal schaue ich dabei erst einmal in ein konsterniertes Gesicht.
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Tags: vor dem Interview
Die Zeit läuft auf meinem Aufnahmegerät. Ein Blick verrät mir: Für dieses Interview werde ich nicht lange brauchen. Das könnte mich nervös machen: Wie soll ich denn bloß die Zeit füllen? Aber auf einen einsilbigen Interviewgast bin ich vorbereitet.
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Tags: Frageformen · Strategien · verschriftlichen · Vorbereitung
Es lohnt sich, ganz genau zuzuhören, wenn man Interviews abhört und verschriftlicht. Manches Detail geht einem in der Interviewsituation durch die Lappen, manches versteht man falsch – und manches rückt man in der Erinnerung zu einer vielleicht schönen, aber unwahren Geschichte zurecht. Also konzentriere ich mich. Und denke zugegebenermaßen zuweilen mit Grausen daran, dass da noch soundsoviele Minuten vermeintliche Routinearbeit auf mich warten. In Stunden rechne ich das immer erst im Nachhinein. Aber als ich mich jetzt mit meinem Interview mit dem Fotografen Yu Tsai beschäftige, finde ich meinen Spaß – auch wenn es vermutlich ein übermüdeter, auf alle Fälle aber alberner Sprachfreundinnenspaß ist.
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Tags: verschriftlichen
“Eine letzte Frage habe ich noch …” – so etwas verkneife ich mir im Interview. Zumindest theoretisch. Schließlich kann mir jederzeit noch eine andere Frage einfallen. Oder ich merke, dass ich eine vergessen habe. Oder die Antwort lässt mich aufhorchen und nachhaken. Mir ist zwar noch nie jemand begegnet, der mitzählt und dann sagt: “Bedaure, Sie haben Ihr Fragenkontingent aufgebraucht.” Aber mit einer solchen Ankündigung würde ich den Gong schlagen. Und für den bevorzuge ich den Klang von “Vielen Dank für das Gespräch”. Aber heute führt ein Hintergrundgeräusch im Interview mit dem Monster Magnet-Sänger Dave Wyndorf dazu, dass ich meine Regel breche.
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Tags: Frageformen · Interviewführung
Interviewpartner haben ihre eigenen Ziele und Strategien. Da müssen Interviewer auf der Hut sein, dass sie nicht einfach nur benutzt werden – in der Regel für eine PR-Kampagne. Das ist auch David Letterman mit Joaquin Phoenix passiert. Als der sich jetzt dafür entschuldigt, zeigt sich, was von Interviewern auf einmal so alles erwartet wird.
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Tags: Einflussfaktoren · Interview · Interviewführung
Ich habe noch nie ein Interview in einer Hüpfburg gemacht. Auch inhaltlich springe ich nicht gerne. Genauer gesagt: in Interviews; meine Freunde müssen mir oft Einhalt gebieten, wenn ich von Hölzken auf Stöcksken komme. Aber auf Privatgespräche bereite ich mich ja auch selten vor. Vor Interviews hilft es mir, meine Fragen in Themenblöcken zu arrangieren – das strukturiert meine Ideen, und ich kann flexibel auf das eingehen, was meine Gesprächspartnerin sagt, weil ich nicht nur eine Reihe von Fragen, sondern auch einige Schlagworte auf dem Zettel habe. Aber als ich mit Dorothee Ritz (Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland) telefoniere, passiert mir ein Fehler: Ich vergesse eine wichtige Frage.
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Tags: Frageformen · Interviewführung · Vorbereitung
Ein angenehmer Ort kann das Interview für beide Seiten erleichtern. So lassen Pressebetreuer den Konferenzraum mit Getränken und Keksen ausstatten, oder sie buchen gleich ein schickes Hotel-Penthouse, auf dessen Sofa sich fläzen kann, wer das für image- oder gesprächsfördernd hält. Dass ich jetzt hier auf der Dachterrasse sitze, war aber nicht die Idee von Pressebetreuern. Zwar waren gleich drei von ihnen an der Anbahnung des Interviewtermins beteiligt. Den Ort aber hat mein Gesprächspartner vorgeschlagen – und am Ende passiert etwas, das wir beide nur von Terminen mit Pressesprechern kennen.
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Tags: Einflussfaktoren · Orte