In den USA gibt es keine Autorisierungs-Tänzchen zwischen Interviewpartnern (oder deren Agenten) und Journalisten (oder deren Redakteuren). Sagen wir immer ganz neidisch. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Künstler cool bleiben, wenn ihnen ein Interview oder ein Porträt nicht gefällt. Neuestes Beispiel: M.I.A.
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BIS EINER HEULT
17.05.2010 1 Kommentar
“Mann, mit diesen ewigen Depressionen kann der Typ einem ja leid tun”, sage ich in einer Pause zur Pressefrau. Woraufhin sie mir erzählt, dass er bei dem Interview, das im Anschluss an meinen Termin stattfand, vor laufender Kamera in Tränen ausgebrochen ist.
Ob das stimmt, weiß ich nicht. Ich habe lange überlegt, ob ich darüber überhaupt schreiben soll. Aber mich reizt die Frage dahinter: Wollen wir das? Gibt es Journalisten, die es als ihren Job begreifen, solche Emotionen hervorzurufen?
Tags: Interviewführung
JA, MACH NUR EINEN PLAN
05.05.2010 Comments Off
Ich hatte ja lange genug Zeit. Einen Monat hat es gedauert, bis der Interviewtermin mit der Hälfte der Band The Black Keys endlich steht. Da hab ich mir schön was ausgedacht fürs Interview.
Aber Schlagzeuger Pat Carney ist nicht so ganz bei der Sache. Er hat eigentlich Urlaub, sagt er. Und nach den Hintergrundgeräuschen zu urteilen (more…)
Tags: Interviewführung · Strategien · Vorbereitung
(AN-) FRAGEN
23.04.2010 Comments Off
Gerade habe ich einen Interviewtermin mit Elizabeth Strout vereinbart. Den soll ich direkt mit ihr absprechen, hatte die amerikanische Verlagsfrau vorgeschlagen, und die E-Mail-Adresse herausgerückt. Das klingt einfach. Ist es aber nicht, finde ich.
Tags: vor dem Interview
DRUCKEN STATT DRUCKSEN
05.03.2010 Comments Off
Dean DeLeo zählt offenbar nicht zu denjenigen, die bei Autorisierungen allerlei Dinge zurücknehmen. Im Gegenteil: Der Gitarrist der Stone Temple Pilots spricht einen Satz zu Ende, macht eine kleine Pause, doch als ich eine Anschlussfrage stelle, unterbricht er mich und sagt:
Tags: Autorisierung · Interview · Kulturthemen · verschriftlichen
EINDRUCK SCHINDEN
19.02.2010 3 Kommentare
Schon öfter habe ich jetzt darüber geschrieben, wie PR-Menschen zuweilen in Interviews eingreifen. Dabei ging es aber immer um das Ergebnis. Eine andere Form der Beeinflussung findet viel früher statt – und ich glaube, dass viele Journalisten darüber nur selten nachdenken (mich eingeschlossen):
Tags: Einflussfaktoren · Orte
FALSCHE ANTWORT
10.02.2010 1 Kommentar
Irgendwer will bei Interviews immer seine Interessen durchdrücken. Dieser Umstand wird meist im Zusammenhang mit “Autorisierung” beklagt. In den letzten Wochen habe ich es mehrfach mit anderweitigen Begehrlichkeiten zu tun gehabt: Redakteure und Magazinmacher erwarten zuweilen ganz bestimmte Antworten. Und das führt zu absurdem Theater.
Tags: Autorisierung · Einflussfaktoren · Interviewführung · Strategien · Vorbereitung
SECHS HÄNDE FÜR EIN INTERVIEW
20.01.2010 Comments Off
Ich sitze in der ersten Reihe. Christine Lacroix hält einen Kurzvortrag über den Unterschied zwischen Plagiat und Fälschung und referiert, wie hoch der wirtschaftliche Schaden durch beiderlei Kopien ausfällt. Gleich werde ich sie zu ihrer Arbeit für die Aktion Plagiarius interviewen. Da fällt mein Blick auf einen Stecker. Und ich sehe ein Problem.
Tags: Orte · vor dem Interview
INTERVIEW-ORTE: BRÖTCHEN FÜR STRASSENKÖTER
16.12.2009 Comments Off
Wenn ich ein Band-Interview machen möchte, läuft das normalerweise so ab: Ich melde mich beim zuständigen Betreuer der jeweiligen Plattenfirma oder Agentur und frage nach einem Interviewtermin. Manchmal gibt es Auswahl, manchmal nur eine einzige Chance. Das hängt zum Beispiel davon ab, für wie prominent die Firma diese Band hält. Setzt sie so genannte “Promotage” an, bekomme ich einen “Interview-Slot” (merke: Deutsch ist uncool), und dann treffe ich die Band. Oder ich orientiere mich an deren Tourplan. Oder wir einigen uns auf ein Telefonat, für das verschiedene Termine in Frage kommen. In den meisten Fällen jedenfalls richte ich mich danach, wann die Musiker Zeit für ein Interview haben. Doch gestern gab mein Terminplan den Takt vor – was letztlich zu einem ungewöhnlichen Setting führte.
Es begann letzte Woche mit einer Anfrage:
Tags: Orte · vor dem Interview
FRAG DEN RICHTER (LIEBER NICHT)
17.11.2009 Comments Off
Autorisieren klingt schon so autoritär. Im journalistischen Alltag sind aber leider nicht alle Hürden genommen, nachdem eine Journalistin die gewünschte Person zu einem Interviewtermin bewegen konnte und Antworten auf ihre Fragen auf Band oder Stick hat. Manche fragen hinterher scheinheilig, ob sie “das noch mal sehen dürfen”. Andere lassen sich überhaupt nur auf ein Gespräch mit der Presse ein, wenn ihnen vorher schriftlich versichert wird, dass sie den Text oder Beitrag später “abnehmen” werden, bevor auch nur ein Sterbenswörtchen davon an die Öffentlichkeit gerät. Muss das sein?
Tags: Autorisierung · Einflussfaktoren · verschriftlichen