Klar kann mich sich darüber beschweren, dass vielen Interviewpartnern das Vertrauen fehlt, so dass sie sich entweder hinter Allgemeinplätzen und vagen Andeutungen verschanzen oder beim Autorisieren all das herausstreichen möchten, was dem Gespräch Ecken und Kanten gibt. Es lohnt aber, auch einmal die andere Seite zu betrachten: Warum legen manche Menschen sich selbst einen Maulkorb an, sobald ein Mikrofon auf sie gerichtet ist? Mit der Ankündigung, er dürfe jetzt mutig sein, beginnt Tobias Goltz sein Interview mit Oliver Welke (veröffentlicht auf Planet Interview). Der erzählt von Wünschen und Wirklichkeit – und auch davon, was passiert, wenn Interviews bei der Bearbeitung plötzlich Zusammenhänge herstellen, die es vorher nicht gab.
Entries from 28.05.2009
HABEN SIE EINE UHR? FRAGEFORMEN, TEIL 3
19.05.2009 Comments Off
Einmal hatte ich Pech, als ich die Frage “Haben Sie eine Uhr?” an eine Workshop-Gruppe richtete: “Nein”, sagte die Erste, alle anderen stimmten ein. Niemand hatte eine Uhr bei sich, korrekte Antwort. Wer dagegen eine Armbanduhr trägt, antwortet auf diese Frage meist trotzdem nicht mit “ja” – sondern (more…)
Tags: Frageformen
SELBSTBEFRAGUNG
09.05.2009 Comments Off
“Wenn alltägliche Fragen zur Belastung werden” – so überschreibt “Der Standard” ein Interview mit den Neurobiologen Gerald Hüther. Der erklärt, wozu Selbstzweifel und innere Verunsicherung gut sind. Und wie man sich davor bewahrt, dadurch plötzlich sein ganzes Leben in Frage zu stellen. Hartmut Volk stellt ihm die passenden Fragen. Nur eins passt nicht ganz:
Tags: Interview
ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST
05.05.2009 Comments Off
Ich mache einen Workshop, bei dem es nicht nur um Interviews, sondern auch um Recherche geht. Dazu habe ich mir unter anderem zwei Beobachtungsübungen ausgedacht. Schließlich ist die eigene Wahrnehmung auch ein Rechercheinstrument. Ich weiß nicht, ob es daran liegt – vielleicht ist das nur meine verquere Wahrnehmung – aber:
Tags: Einflussfaktoren · Vorbereitung