Hinterher klinge ich lässig. Während des Interviews verfolge ich unerwartete Spuren, reagiere spontan auf Gesagtes und Atmosphärisches. Aber für mich funktioniert das nur, weil ich meine Grundfragen bis aufs einzelne Wort vorbereite. Ich überlege mir nicht nur Stichpunkte, sondern ich probiere bei der Vorbereitung verschiedene Frageformen und komplette Formulierungen aus. Pedanterie? Eher Psychologie:
Entries from 30.12.2009
WENN INTERVIEWER ZU SEHR KLAMMERN
30.12.2009 Comments Off
Tags: Frageformen · Interviewführung · Vorbereitung
INTERVIEWFRAGEN: WARUM IMMER WARUM?
23.12.2009 Comments Off
Kleine Kinder beherrschen die Kunst der Nervensägerei mit zweieinhalb Silben: Waruhuum? Eltern nennen es mit gezwungenem Lächeln “wünschenswerte Wissbegier”, wenn die lieben Kleinen auf jede Antwort nur ein neues “und warum?” hinterherschieben. Geschwister finden weniger freundliche Euphemismen dafür. Warum sollte ich also meinen Interviewpartnern mit einem Wort die Stimmung verderben?
Tags: Frageformen · Interview · Vorbereitung
INTERVIEW-ORTE: BRÖTCHEN FÜR STRASSENKÖTER
16.12.2009 Comments Off
Wenn ich ein Band-Interview machen möchte, läuft das normalerweise so ab: Ich melde mich beim zuständigen Betreuer der jeweiligen Plattenfirma oder Agentur und frage nach einem Interviewtermin. Manchmal gibt es Auswahl, manchmal nur eine einzige Chance. Das hängt zum Beispiel davon ab, für wie prominent die Firma diese Band hält. Setzt sie so genannte “Promotage” an, bekomme ich einen “Interview-Slot” (merke: Deutsch ist uncool), und dann treffe ich die Band. Oder ich orientiere mich an deren Tourplan. Oder wir einigen uns auf ein Telefonat, für das verschiedene Termine in Frage kommen. In den meisten Fällen jedenfalls richte ich mich danach, wann die Musiker Zeit für ein Interview haben. Doch gestern gab mein Terminplan den Takt vor – was letztlich zu einem ungewöhnlichen Setting führte.
Es begann letzte Woche mit einer Anfrage:
Tags: Orte · vor dem Interview
COUCH-FRAGEN
11.12.2009 Comments Off
Damit ein Interview spannend wird, braucht es eine gute Dramaturgie. Manchmal, glaube ich, geht an diesem Punkt etwas schief. Erstens: Dramaturgie ist nicht gleich Drama. Zweitens sind Gefühle sind nicht per se ein passendes Thema. Und drittens darf eine Journalistin zwar theoretisch alles Mögliche fragen; praktisch aber ist es klüger, genau das nicht zu tun. Sondern sich vorher zu überlegen, wohin die Frage führt. Lautet die Antwort: geradewegs auf die Couch, mag das ein Indiz dafür sein, dass sie nicht ins Interview gehört. Paradebeispiel:
Tags: Frageformen · Interviewführung
MUSS DAS SEIN?
02.12.2009 1 Kommentar
Kurze Aussagen zum Schweizer Minarettverbot bekommt Dietrich Alexander in der “Welt”. Seine Fragen an den Islamwissenschaftler Reinhard Schulze kommen Thesen nahe – ja, man kann ein Interview ausschließlich mit geschlossenen Fragen durchziehen.
Tags: Frageformen · Interview