Wenn ein berühmter Mensch stirbt, muss ein Nachruf her. Meist steigt auch die Nachfrage nach Interviews an – besonders die nach dem letzten. Ein lieber Kollege hat eine Zeit hinter sich, in der er sich fragen lassen musste, ob er ein Unglücksrabe sei – binnen eines Jahres hatte er mehrere solcher letzten Interviews im Computer, weil seine Interviewpartner kurz nach den jeweiligen Terminen gestorben waren.
Und jetzt lese ich seit Tagen Texte über J. D. Salinger, denen man das Ringen um aktuelle Information, geschweige denn O-Töne, deutlich anmerkt. Salinger hat kaum Interviews gegeben. Ironischerweise brach er einmal sein Schweigen, weil er sein zurückgezogenes Dasein schützen wollte. Aus seinem Beispiel lassen sich mindestens zwei Lehren ziehen.
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Tags: Interview · Strategien
Ich sitze in der ersten Reihe. Christine Lacroix hält einen Kurzvortrag über den Unterschied zwischen Plagiat und Fälschung und referiert, wie hoch der wirtschaftliche Schaden durch beiderlei Kopien ausfällt. Gleich werde ich sie zu ihrer Arbeit für die Aktion Plagiarius interviewen. Da fällt mein Blick auf einen Stecker. Und ich sehe ein Problem.
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Tags: Orte · vor dem Interview
Irgendeine Information bleibt immer auf der Strecke. In Interviews kann daraus ein Formproblem werden: Was tun, wenn ich zwar die Antwort verstehe, weil ich (wie es sich gehört) bestens vorbereitet bin – aber gleichzeitig unsicher bin, ob meine Leser dem Gesagten ohne Erläuterung folgen können?
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Tags: Frageformen · verschriftlichen
Autorisierungswünsche nerven. Weil damit die Sorge einhergeht, dass die Interviewte dabei wichtige Aussagen wieder zurückziehen will. Und Dinge einfügt, die sie nie gesagt hat. Und weil das Prozedere Arbeit macht. Aber diese Gründe höre ich selten.Beschwerden über die Interview-Autorisierung orakeln stattdessen mindestens Gefahren für die Moral, wenn nicht gar für die Zukunft des Journalismus. Ehrenwert, so scheint es. Doch (more…)
Tags: Autorisierung · Interview · verschriftlichen