“Und, wie war XY so?”, fragen Freunde hinterher. Fraglich, ob sich das nach einer halben Stunde im selben Raum sagen lässt. Einmal davon abgesehen, dass die Interviewten oft durch ihre Rolle und nicht als Privatperson für Interviews interessant werden – und sich entsprechend präsentieren. Trotzdem jagen die meisten Journalisten dem Authentischen nach. Sie wollen den Interviewpartner als Menschen sehen – schließlich ist ein Interview zur Parademethode geworden, um Einblicke in Innenleben zu geben. Muss, wer das erreichen möchte, er selbst sein oder sollte er sich ebenso inszenieren?
Entries from 26.02.2010
EINDRUCK SCHINDEN
19.02.2010 3 Kommentare
Schon öfter habe ich jetzt darüber geschrieben, wie PR-Menschen zuweilen in Interviews eingreifen. Dabei ging es aber immer um das Ergebnis. Eine andere Form der Beeinflussung findet viel früher statt – und ich glaube, dass viele Journalisten darüber nur selten nachdenken (mich eingeschlossen):
Tags: Einflussfaktoren · Orte
FALSCHE ANTWORT
10.02.2010 1 Kommentar
Irgendwer will bei Interviews immer seine Interessen durchdrücken. Dieser Umstand wird meist im Zusammenhang mit “Autorisierung” beklagt. In den letzten Wochen habe ich es mehrfach mit anderweitigen Begehrlichkeiten zu tun gehabt: Redakteure und Magazinmacher erwarten zuweilen ganz bestimmte Antworten. Und das führt zu absurdem Theater.
Tags: Autorisierung · Einflussfaktoren · Interviewführung · Strategien · Vorbereitung
ZEIG’S MIR
04.02.2010 Comments Off
Belehren ist nicht unsere Aufgabe. So viel selbstgerechte Pädagogik steckt hinter vermeintlichem Expertentum, wenn alles vorgekaut und interpretiert ist, aber nichts gezeigt. Deshalb kratzen Journalisten das Oberlehrerhafte entweder aus ihren Entwürfen – oder sie bauen auf masochistische Leser. Ein Interview braucht geistige Offenheit ganz besonders – sonst braucht man gar nicht erst zu fragen. Es sei denn, man nimmt ganz bewusst eine entsprechende Rolle ein: Allerlei fertige Interpretationen serviert Julian Hanich dem Regisseur Jason Reitman als Fragen im Tagesspiegel-Interview – und wählt dann als Überschrift ausgerechnet “Bewegen statt belehren”. Jetzt bin ich zwiegespalten.
Tags: Frageformen · Interview