p.eng header image 2

SCHARF AUF DEN TITEL

13.07.2009 von Petra Engelke

Für die Überschrift eines Wortlaut-Interviews sucht man oft nach einem knackigen Zitat. Zuweilen hält der Text dann nicht, was dieses Zitat verspricht – manchmal ist das eine humorvolle Art, Leserinnen und Leser in die Irre zu führen. Manchmal geht es auch daneben. Schließlich sollen die Interviewten nicht im falsche Licht dastehen. Auf die Person neugierig machen sollen sie aber schon. Und wie schafft man das?

Die Interview-Überschriften im Tagesspiegel von gestern und heute lauten wie folgt:

“Niemand wird ins Randgebiet verdrängt”

“Hilfsgelder sparsamer einsetzen”

“Ich fühle mich wirklich sehr gut”

Es muss nachhaltig gewirtschaftet werden”

“Ich hasse sexy Vampire”

“Afrika leidet an den Folgen unseres Wachstums”

“Ich kann nur im Chaos gewinnen”

Merke: Meinung und Emotion, beides macht neugierig. Und das Kind muss ja einen Namen haben. Schließlich sehen viele Autoren (ja, auch die Männer) ihre Texte als eine Art Kinder an. Auch wenn das geschriebene Wort bei einem Wortlaut-Interview nur zu einem Bruchteil von ihnen stammt. Oder vielleicht gerade deswegen.

Tags:   Keine Kommentare

0 Antworten bisher ↓

Die Kommentare sind geschlossen. Wie Ruhrgebietsbuden nach 22 Uhr.