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ZUM SINGEN BRINGEN

07.06.2010 von Petra Engelke

In den USA gibt es keine Autorisierungs-Tänzchen zwischen Interviewpartnern (oder deren Agenten) und Journalisten (oder deren Redakteuren). Sagen wir immer ganz neidisch. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Künstler cool bleiben, wenn ihnen ein Interview oder ein Porträt nicht gefällt. Neuestes Beispiel: M.I.A.

Die Sängerin scheint überaus verstimmt zu sein über ein kritisches Porträt, das Lynn Hirschberg im New York Times Magazine veröffentlicht hat. Also twittert M.I.A. die Handynummer der Journalistin in die Welt. Und schreibt einen Rache-Song (”I’m A Singer”), den man sich auf der Website ihrer Plattenfirma anhören kann. Obendrein stellt sie noch ein paar Audio-Clips zum Stream bereit - Aufnahmen aus dem Interview (angeblich unbearbeitet).

Ich habe einmal in einem Interviewtraining für PR-Menschen den Tipp gelesen, die Interviewten sollten das Gespräch selbst mitschneiden. Und ich frage mich, ob das nun mehr daran liegt, dass manche Interviewer es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen - oder daran, dass die Interviewten selbst das, was sie gesagt haben, gern noch mal schönschreiben möchten.

M.I.A. ist jedenfalls nicht die Einzige, die mit Musik auf die Arbeit von Journalisten reagiert: Der Song “Get In The Ring” von Guns’n'Roses (1991) etwa nennt mehrere unliebsame Autoren beim Namen. Und Courtney Love hat seinerzeit mit ihrer Band Hole auch einen Song aufgenommen: “Bring Me The Head Of Lynn Hirschberg”. Ja, schon wieder Hirschberg. Die Journalistin hatte Love im September 1992 in Vanity Fair mit der Äußerung zitiert, sie habe im Januar Heroin genommen - zu Beginn ihrer Schwangerschaft.

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