Wenn ich ein Band-Interview machen möchte, läuft das normalerweise so ab: Ich melde mich beim zuständigen Betreuer der jeweiligen Plattenfirma oder Agentur und frage nach einem Interviewtermin. Manchmal gibt es Auswahl, manchmal nur eine einzige Chance. Das hängt zum Beispiel davon ab, für wie prominent die Firma diese Band hält. Setzt sie so genannte “Promotage” an, bekomme ich einen “Interview-Slot” (merke: Deutsch ist uncool), und dann treffe ich die Band. Oder ich orientiere mich an deren Tourplan. Oder wir einigen uns auf ein Telefonat, für das verschiedene Termine in Frage kommen. In den meisten Fällen jedenfalls richte ich mich danach, wann die Musiker Zeit für ein Interview haben. Doch gestern gab mein Terminplan den Takt vor – was letztlich zu einem ungewöhnlichen Setting führte.
Es begann letzte Woche mit einer Anfrage:
Ob ich ein Interview mit Smoke Blow übernähme am Dienstag. Für diesen Tag steht bereits ein Interviewtermin im Kalender, per Telefon, mitten am Tag. Prompt gibt es nur einen Nachmittagstermin in Köln für das neue Interview . Ich kann aber nicht an zwei Orten gleichzeitig interviewen. Also spiele ich mit dem Bandmanager und der Redaktion diverse Optionen durch, bis ich schließlich – halb im Scherz – sage: Wir können ja zusammen frühstücken.
Am Ende fahre ich frühmorgens mit Berufspendlern nach Düsseldorf, was etwa auf halber Strecke zwischen Bochum und Köln liegt (wenn man mit dem Zug fährt jedenfalls). Dort stellt der Bandmanager seine Küche zur Verfügung, kocht Kaffee und Tee, die beiden Sänger von Smoke Blow eilen aus ihrem Hotel herbei, ich bringe Brötchen mit und rätsle, ob man sich auch beim Frühstück mit Künstlernamen anredet.
Die Frage brauche ich gar nicht erst zu stellen: Straßenköter stellt sich mit seinem bürgerlichen Namen vor (den verrate ich nicht; da lief ja das Band auch noch nicht). Bloß wie die Dame heißt, deren Stimme aus den Lautsprechern im Nachbarzimmer quillt, wissen wir alle drei nicht. Lette nennt sie Celine, Straßenköter bringt sie zum Schweigen, und ich fange an zu fragen.
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