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INTERVIEWFRAGEN: WARUM IMMER WARUM?

23.12.2009 von Petra Engelke

Kleine Kinder beherrschen die Kunst der Nervensägerei mit zweieinhalb Silben: Waruhuum? Eltern nennen es mit gezwungenem Lächeln “wünschenswerte Wissbegier”, wenn die lieben Kleinen auf jede Antwort nur ein neues “und warum?” hinterherschieben. Geschwister finden weniger freundliche Euphemismen dafür. Warum  sollte ich also meinen Interviewpartnern mit einem Wort die Stimmung verderben?

Weil die meisten Menschen etwas über Ursachen erfahren möchten, muss ich Antworten dazu liefern. Warum entlässt der Chef so viele Arbeiter? Warum fehlt das Geld für deren Lohn? Warum kürzt er nicht sein eigenes Gehalt? Warum hat er sich nicht längst um neue Einnahmequellen bemüht?

Und überhaupt: Warum ist der Schnee vor Weihnachten wieder getaut, warum bleiben Züge in warmen Tunneln stehen und warum kehrt Michael Schumacher in die Formel 1 zurück?

Das könnte ich alles fragen. Nur wird es in dieser Masse kaum wissenswerte Antworten bringen – und im besten Falle langweilen, im schlechtesten verärgern. Doch glücklicherweise brauche ich längst nicht immer wieso, weshalb und warum zu singen. Außerhalb der Sesamstraße hilft es, sich vor dem Interview die Kern-Warum-Fragen zu notieren. Und dann zu überlegen: Warum (sic!) will ich das wissen? Worauf will ich hinaus? Wie kann ich das präzise formulieren? Was gehört außer der Frage nach dem “Warum” zu diesem Thema? Und wonach könnte ich jenseits dieses Kernthemas noch fragen?

Im folgenden Beispiel spricht Antje Blinda für Spiegel Online mit Judith Schalansky über deren Buch über abgelegene Inseln. In diesem Interview geht es, das glaube ich jedenfalls, im Grunde um ein zentrales “Warum” – aber ein “wieso?” kommt trotzdem nur in drei von 13 Fragen vor.

Nachlesen? Bitteschön!

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