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TANZ UM DEN HEISSEN BREI

14.06.2011 von Petra Engelke

Adam Lazzara beantwortet die Frage nicht. Der Sänger von Taking Back Sunday lässt ein paar Allgemeinplätze vom Stapel, und sie versinken direkt im Meer der Bedeutungslosigkeit. Es ist keine weltbewegende Angelegenheit, wir sprechen schließlich über eine Band, nicht über ein Atomkraftwerk. Aber trotzdem soll ja am Ende etwas Brauchbares aus dem Interview werden. Was tun?

Locker bleiben.

Erst einmal versuche ich, meine Wahrnehmung offenzuhalten. Zwar drängt sich der Eindruck auf, dass Adam Ausflüchte macht; aber das muss ja nicht so sein. Vielleicht hat er mich nur nicht richtig verstanden. Oder er will sich Zeit verschaffen für eine klügere Antwort. Ist alles schon vorgekommen. Ich frage ihn erst einmal etwas anderes. Und im Verlauf unseres Gesprächs komme ich immer wieder, ganz sanft, aber beharrlich, mit verschiedenen Einstiegen, Formulierungen, auch indirekt, auf das Thema zurück: Was hat Adam denn wohl vor sieben, acht Jahren getan, dass er als der Böse dastand, als zwei Bandmitglieder ausstiegen (die jetzt wieder zurückgekehrt sind)?

Diese Vorgehensweise passt zu meinem Interviewstil. Konfrontative Menschen würden dabei vermutlich nicht weit kommen (wenn man von einem Magengeschwür absieht), und sie sollten damit auch anders umgehen. Aber für mich funktioniert es so, wenn ein Interviewpartner nur so etwas sagt wie “Ich war ja noch so jung” und “Das ist ja heute alles anders”.

Ich bekomme am Ende keine konkrete Antwort. Aber die braucht es auch nicht bei jeder Frage. Das Versteckspiel spricht seine eigene Sprache – und die zeichnet im Porträt letztlich ein schärferes Bild der Band, als es eine (womöglich einstudierte) Antwort geschafft hätte.

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