Es erscheint logisch, den Interviewbeginn offen und freundlich anzugehen, um eine gute Atmosphäre zu schaffen, Grundlegendes erklären zu lassen – und das Thema erst später mit kritischen Fragen zuzuspitzen. Aber nur weil diese Strategie sich anbietet, heißt das nicht, dass sie eine Regel ist. Es andersherum zu machen, hat auch seine Vorteile:
Eine kleine Spitze zu Beginn kann für Überraschung sorgen und neugierig auf den Rest machen – beim Interviewpartner ebenso wie bei den Lesern. So ging es mir jedenfalls heute bei der “Zeit”-Lektüre: Philip Faigle nimmt sich die Meldung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vor, es werde für das kommende Jahr keine Konjunkturprognose veröffentlichen, und fragt Klaus Zimmermann (den Präsidenten des DIW) zuerst einmal, ob ihn der Mut verlassen hat. Erst später reden sie dann darüber, warum solche Prognosen für Wirtschaftsforscher derzeit so schwierig sind.
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