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WORTVERLIEBT

02.07.2009 von Petra Engelke

Das ist mir schon lange nicht mehr passiert: Ich kann mich nicht entscheiden. Ich bearbeite das Transkript eines Interviews, das ich am Montag mit dem amerikanischen Schriftsteller James Frey gemacht habe, und für das geforderte Format entstehen dabei zwei Versionen. Die erste wirkt stark, bezieht sich aber auf eine Kontroverse, die in den USA sehr, in Deutschland kaum diskutiert wurde. Eigentlich  will ich nur sichergehen, dass ich in der ursprünglichen Version keine wesentlichen Teile verloren habe, sichte das Rohmaterial noch einmal, fange an, damit zu spielen, und schon habe ich eine komplette zweite Version, die behutsamer daherkommt und sich mit Fragen jenseits der Literatur beschäftigt. Sie enthält einen Satz, in den ich mich verliebt habe:

“Art doesn’t exist for any logical reason, art exists because somebody had the desire to create something.”

Ich frage den Redakteur, welche Version besser ins Magazin passt. Ganz klar Nummer Eins, sagt er. Meine erste Eingebung war richtig. Durch so einen Satz darf man sich trotzdem aus dem Konzept bringen lassen.

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