p.eng header image 2

STURM IM PROSECCOGLAS

06.01.2010 von Petra Engelke

Autorisierungswünsche nerven. Weil damit die Sorge einhergeht, dass die Interviewte dabei wichtige Aussagen wieder zurückziehen will. Und Dinge einfügt, die sie nie gesagt hat. Und weil das Prozedere Arbeit macht. Aber diese Gründe höre ich selten.Beschwerden über die Interview-Autorisierung orakeln stattdessen mindestens Gefahren für die Moral, wenn nicht gar für die Zukunft des Journalismus. Ehrenwert, so scheint es. Doch entzündet sich die Entrüstung selten anWeltbewegendem. Sondern sehr oft an dem, was mehr oder weniger Prominente gesagt, gestrichen, hinzugefügt oder im Vorhinein verlangt haben.

Dabei ist doch niemand gezwungen (gewesen), sie überhaupt zu interviewen. Noch muss man aus dem, was man erlebt, ein Wortlaut-Interview, eine Batterie an Zitaten oder überhaupt einen Beitrag machen. Doch genau das scheinen viele Journalisten zu vergessen, wenn sie über das Thema Autorisierung jammern. Und das nervt mich dann wirklich.

Erst heute habe ich Max von Malotkis “Einsweiter”-Interview mit Jürgen Kuttner gesehen – im zweiten Teil (etwa nach vier Minuten) redet der sich zu diesem Thema herrlich in Rage.

Anschauen? Bitteschön!

Tags:   · · Keine Kommentare

0 Antworten bisher ↓

Die Kommentare sind geschlossen. Wie Ruhrgebietsbuden nach 22 Uhr.