Belehren ist nicht unsere Aufgabe. So viel selbstgerechte Pädagogik steckt hinter vermeintlichem Expertentum, wenn alles vorgekaut und interpretiert ist, aber nichts gezeigt. Deshalb kratzen Journalisten das Oberlehrerhafte entweder aus ihren Entwürfen – oder sie bauen auf masochistische Leser. Ein Interview braucht geistige Offenheit ganz besonders – sonst braucht man gar nicht erst zu fragen. Es sei denn, man nimmt ganz bewusst eine entsprechende Rolle ein: Allerlei fertige Interpretationen serviert Julian Hanich dem Regisseur Jason Reitman als Fragen im Tagesspiegel-Interview – und wählt dann als Überschrift ausgerechnet “Bewegen statt belehren”. Jetzt bin ich zwiegespalten.
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