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GESPRÄCH, BEFRAGUNG, VERHÖR

11.03.2010 von Petra Engelke

Heute hat mich die Pausenlektüre einmal wieder daran erinnert: Journalismus lebt vom Fragen. Doch denkt man gleich an diese hübschen Hochglanzmagazinstücken, in denen es um Persönlichkeit geht, sobald das Wort “Interview” fällt . Deshalb wirkt es seltsam deplaziert in einem Text in der Welt, der wiederum aus der New York Times zitiert:

“Interview mit den Schlächtern – Motiv war Rache”, so steht es da in der Überschrift.

Es geht um den Überfall auf ein nigerianisches Dorf, bei dem Hunderte getötet wurden. Adam Nossiter von der New York Times hat auf der Polizeistation mit einigen der Verdächtigen gesprochen – ganz recht: Auch das ist ein Interview. Der Originaltext “Nigerians Recount Night of Their Bloody Revenge” ist detaillierter, es kommen mehr Menschen zu Wort. Und Adam Nossiter erwähnt penibel, dass er sich die Antworten der Verdächtigen übersetzen ließ. Ich frage mich, wie er es wohl fände, mit welcher Überschrift seine Rechercheergebnisse hierzulande feilgeboten werden – falls ihm das auch einmal jemand übersetzte.

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