So, da liegen also jetzt jede Menge Interview-Aufnahmen wie ein Heuhaufen, aus dem Zitate für ein Porträt gezogen werden sollen. Manchmal will man das Gesagte bearbeiten, damit es in den Kontext passt: Hier zieht sich ein Satz in die Länge, dort fehlt es an Klarheit. Ist das denn erlaubt?
Ich finde diese Bearbeitung legitim, solange man sehr, sehr genau darauf schaut, dass der Sinn derselbe bleibt. Dazu mag es helfen, sich vorzustellen, es seien die eigenen Worte, an denen jemand frech herumschraubt (was meinen Worte zuweilen ohnehin nicht schlecht bekäme).
Das New York Magazine nutzt nun die Möglichkeiten des Internet in einer Weise, bei der auch die Leser noch einmal prüfen können, wie Inhalte des Interviews in ein Porträt eingeflossen sind: Steve Fishman hat mit Bernie Madoff telefoniert, der eine am Schreibtisch, der andere im Gefängnis, und auf der Website hat der Journalist seinem Text Ausschnitte aus dem Telefonat zum Anhören zugefügt.
Nachlesen und -hören? Bitteschön!
Tags: Interview · verschriftlichen · WirtschaftsthemenKeine Kommentare
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