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EINSTIEGSFRAGE: LIEBLINGSANTWORT

27.01.2011 von Petra Engelke
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Ich bin keine Freundin von abgegriffenen Fragen. Und diesmal habe ich das, was Auftraggeber und Leser wissen wollen – das Geheimnis von Erfolg nämlich; das Interview soll in einem Karrieremagazin erscheinen – so lange in meinem Kopf herumgeschoben, bis wenigstens eine kurze Frage daraus wird. Ich entscheide mich, sie Martin Herrenknecht gleich zu Beginn zu stellen, zum Warmwerden. Ich kann ja nicht ahnen, dass seine Antwort auf Anhieb in meine private Hitliste schießt.

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INTERVIEW-ANFRAGE: SIND SIE MUSIKER?

13.01.2011 von Petra Engelke
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Oft ist es viel leichter, einen Interviewtermin zu bekommen, wenn man ganz direkt fragen kann. Also nicht erst einmal dem Pressesprecher einen Brief schreiben oder die PR-Frau telefonisch überzeugen muss, um die Kerninformationen dann nach dem Stille Post-Prinzip weiterlaufen zu sehen, hilflos, mit Reibungsverlusten. Deshalb greife ich zu, wenn sich die Gelegenheit bietet. Und diesmal schaue ich dabei erst einmal in ein konsterniertes Gesicht.

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SCHÖNWETTER-INTERVIEW

27.12.2010 von Petra Engelke
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Eigentlich ist alles gut vorbereitet. Ich habe meinen nächsten Interviewpartner höchstpersönlich gefragt, ob er mir ein Interview geben würde, ein kurzes Vorgespräch geführt und später per E-Mail einen Termin vereinbart. Er durfte einen Ort auswählen, solange er ein ruhiges Plätzchen findet. Das Café liegt so, dass wir beide etwa gleich lange dorthin unterwegs sein werden, nah an der U-Bahn und leicht zu finden. Aber keiner von uns taucht dort auf.

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STEVE MARTIN: REKLAMATION

07.12.2010 von Petra Engelke
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Es scheint ein seltsames Angebot: Steve Martin radiert Autogramme aus. Schuld an dieser Retourkutsche ist ein Live-Interview, oder besser gesagt: die Reaktion des Veranstalters. Der nämlich bietet dem Publikum an, den Eintrittspreis mit einem Karten-Gutschein in selber Höhe zu erstatten – weil das Interview nicht zu aller Zufriedenheit gelaufen sei. Wie kommt’s?

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FRAG DEN PAPST

23.11.2010 von Petra Engelke
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Peter Seewald hat’s gemacht: Er interviewte im vergangenen Sommer den Papst. Heute stellt der Vatikan das daraus entstandene Buch vor, für gestern hatten sich Bild und Focus Vorabdruckrechte unter den Nagel gerissen, aber es sickert schon früher etwas durch: die Sache mit den Kondomen. Ein Lehrstück darüber, wie man mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten ein Medienspektakel aufbaut – oder, aus unserer Sicht betrachtet: Ein Warnsignal für Interviewer, sich beim Kürzen vor dem Verkürzen zu hüten?

Peter Seewald jedenfalls relativiert den Aufruhr. Um die Kondomfrage dreht sich gleich der Einstieg des Interviews in RP Online, zugeliefert von der Nachrichtenagentur dapd. Schade, dass die Anschlussfrage da nicht weiter nachhakt, sondern dem Einstiegsthema “Überraschungen” folgt. Paul Badde dagegen fragt in seinem Seewald-Interviews für die Welt generell nach Reizthemen, spricht vieles an, das auch Interviewer über so ein Papst-Interview gerne wissen möchten, und am Ende kommt die schöne Frage: “Sehen Sie das so oder der Papst?”

Interview von dapd, veröffentlicht auf rp-online.de

Interview von Paul Badde, veröffentlicht auf Welt.de

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INTERVIEW MIT PERSPEKTIVE

17.11.2010 von Petra Engelke
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“Oh, das hat mich noch niemand gefragt”, sagt Gloria Feldt. Das hören Interviewer gerne, sie nehmen es als Anerkennung dafür, dass sie sich gut vorbereitet haben und verdammt gute Fragen entwickelt haben. Aber in diesem Falle ist das Kompliment eine Frage der Perspektive.

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EINSILBIG? ZWEISCHNEIDIG

08.11.2010 von Petra Engelke
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Die Zeit läuft auf meinem Aufnahmegerät. Ein Blick verrät mir: Für dieses Interview werde ich nicht lange brauchen. Das könnte mich nervös machen: Wie soll ich denn bloß die Zeit füllen? Aber auf einen einsilbigen Interviewgast bin ich vorbereitet.

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INFORMANTENSCHUTZ

25.10.2010 von Petra Engelke
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Julian Assange steht auf und geht. Der Wikileaks-Gründer bricht das CNN-Interview mit Atika Shubert ab. Das macht die Schlagzeile. Für Journalisten ist das Video aber auch aus anderen Gründen interessant: Es zeigt, was man bei der Vorbereitung nicht vergessen darf.

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ZUM SCHIESSEN

18.10.2010 von Petra Engelke
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Es lohnt sich, ganz genau zuzuhören, wenn man Interviews abhört und verschriftlicht. Manches Detail geht einem in der Interviewsituation durch die Lappen, manches versteht man falsch – und manches rückt man in der Erinnerung zu einer vielleicht schönen, aber unwahren Geschichte zurecht. Also konzentriere ich mich. Und denke zugegebenermaßen zuweilen mit Grausen daran, dass da noch soundsoviele Minuten vermeintliche Routinearbeit auf mich warten. In Stunden rechne ich das immer erst im Nachhinein. Aber als ich mich jetzt mit meinem Interview mit dem Fotografen Yu Tsai beschäftige, finde ich meinen Spaß – auch wenn es vermutlich ein übermüdeter, auf alle Fälle aber alberner Sprachfreundinnenspaß ist.

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WAS DER VORSPANN VERSPRICHT

08.10.2010 von Petra Engelke
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So, das Interview ist abgetippt, in Form gebracht, fertig – fehlt nur noch der Vorspann. Was die Frage aufwirft: Was soll drinstehen? Die paar Zeilen sind wichtig: Sie werben für den Text. Am besten funktioniert das, wenn man anreißt, worum es im Interview geht – und zwar auf eine Weise, die neugierig macht. Wenn ich dabei von einer Idee zur fertigen Formulierung vorgedrungen bin, überprüfe ich mich mit einer Merkzettel-Frage: Hält es, was es verspricht?

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