Entries Tagged as 'Frageformen'
Seit ich in den USA wohne, erlebe ich manchmal merkwürdige Reaktionen, wenn ich von Interviews spreche. Zum Beispiel sage ich: “Ich muss diese Woche wahrscheinlich für ein Interview nach Los Angeles”, und daraufhin schaut meine Bekannte völlig entsetzt. Irgendwann stellt sich dann heraus, dass wir mal wieder der Uneindeutigkeit des Begriffs in die Falle gegangen sind: Auf Deutsch sind Interviews ganz klar journalistische Formate. Auf Englisch benutzt man dasselbe Wort außerdem für ein Vorstellungsgespräch. Und auch Journalistinnen gehen schließlich zu Vorstellungsgesprächen (weshalb meine Bekannte fürchtete, ich zöge bald weit, weit weg, dabei sollte ich doch nur mit einer Band sprechen).
Aber was fragen eigentlich die Profis den Nachwuchs, der vielleicht bald schon als Top-Interviewer bekannt werden wird?
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Tags: Frageformen · Interviewführung
Kurze Frage, gute Frage. So einfach kann man es sich machen. Bis dann das Gesprächsthema in Tiefen abtaucht, die nur versteht, wer, nun ja: im Thema steckt. Irgendwo müssen da weitere Informationen hingesteckt werden. Manches Mal nehme ich diesen Impuls als Zeichen dafür, dass eine andere Textform als ein Wortlaut-Interview besser passt. Aber das muss nicht sein. Das Interview eines Tagesschau-Teams mit Aung San Suu Kyi funktioniert trotz der Fragen mit einem Vorbau, auf dem eine Fußballmannschaft zum Grillen antreten könnte.
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Tags: Frageformen · verschriftlichen
Ich bin keine Freundin von abgegriffenen Fragen. Und diesmal habe ich das, was Auftraggeber und Leser wissen wollen – das Geheimnis von Erfolg nämlich; das Interview soll in einem Karrieremagazin erscheinen – so lange in meinem Kopf herumgeschoben, bis wenigstens eine kurze Frage daraus wird. Ich entscheide mich, sie Martin Herrenknecht gleich zu Beginn zu stellen, zum Warmwerden. Ich kann ja nicht ahnen, dass seine Antwort auf Anhieb in meine private Hitliste schießt.
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Tags: Frageformen · Interviewführung · Wirtschaftsthemen
Die Zeit läuft auf meinem Aufnahmegerät. Ein Blick verrät mir: Für dieses Interview werde ich nicht lange brauchen. Das könnte mich nervös machen: Wie soll ich denn bloß die Zeit füllen? Aber auf einen einsilbigen Interviewgast bin ich vorbereitet.
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Tags: Frageformen · Strategien · verschriftlichen · Vorbereitung
“Eine letzte Frage habe ich noch …” – so etwas verkneife ich mir im Interview. Zumindest theoretisch. Schließlich kann mir jederzeit noch eine andere Frage einfallen. Oder ich merke, dass ich eine vergessen habe. Oder die Antwort lässt mich aufhorchen und nachhaken. Mir ist zwar noch nie jemand begegnet, der mitzählt und dann sagt: “Bedaure, Sie haben Ihr Fragenkontingent aufgebraucht.” Aber mit einer solchen Ankündigung würde ich den Gong schlagen. Und für den bevorzuge ich den Klang von “Vielen Dank für das Gespräch”. Aber heute führt ein Hintergrundgeräusch im Interview mit dem Monster Magnet-Sänger Dave Wyndorf dazu, dass ich meine Regel breche.
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Tags: Frageformen · Interviewführung
Ich habe noch nie ein Interview in einer Hüpfburg gemacht. Auch inhaltlich springe ich nicht gerne. Genauer gesagt: in Interviews; meine Freunde müssen mir oft Einhalt gebieten, wenn ich von Hölzken auf Stöcksken komme. Aber auf Privatgespräche bereite ich mich ja auch selten vor. Vor Interviews hilft es mir, meine Fragen in Themenblöcken zu arrangieren – das strukturiert meine Ideen, und ich kann flexibel auf das eingehen, was meine Gesprächspartnerin sagt, weil ich nicht nur eine Reihe von Fragen, sondern auch einige Schlagworte auf dem Zettel habe. Aber als ich mit Dorothee Ritz (Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland) telefoniere, passiert mir ein Fehler: Ich vergesse eine wichtige Frage.
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Tags: Frageformen · Interviewführung · Vorbereitung
“Gute Fragen finden” – das ist die häufigste Antwort, die ich bei Seminaren und Workshops bekomme, wenn ich nach Lernzielen frage. Und in den E-Mails, die mich zuweilen über dieses Blog erreichen, steht auch recht oft: Wie kommt man auf Ideen für Interviewfragen?
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Tags: Frageformen · Vorbereitung
Manchmal geht das so: Magazinmacher denken sich feste Rubriken aus, und Interviewer müssen es dann ausbaden. Liebstes Hobby, Schönheitstipp, Bücher für die einsame Insel, und bitte mit ein paar Sätzen drumherum, lieblos nach dem eigentlichen Auftrag abgehakt und entsprechend langweilig. Manchmal geht das nicht anders. Manchmal steht hinter einem solchen Ergebnis aber bloß Faulheit. Das beliebte “A bis Z” zum Beispiel, bei dem man Interviewpartner zu 26 verschiedenen Begriffen assoziieren lässt, kann man sehr wohl in ein unterhaltsames Gespräch verwandeln. Das Erfolgsgeheimnis:
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Tags: Frageformen · Interview · Interviewführung · Strategien · Vorbereitung
Wieso macht der das? Um diese Frage kommt Philip Banse nicht herum. Für dctp.tv interviewt er den Journalisten Stefan Laurin, Mitbegründer des Blogs “Ruhrbarone“, das – obwohl klar auf eine Region bezogen – sehr viele Leser anzieht und in Rankings gut abschneidet. So etwas hätte man gern als Geschäftsschablone in Medienkrisenzeiten. Doch gleich zu Beginn (more…)
Tags: Frageformen · Interview · Wirtschaftsthemen
Belehren ist nicht unsere Aufgabe. So viel selbstgerechte Pädagogik steckt hinter vermeintlichem Expertentum, wenn alles vorgekaut und interpretiert ist, aber nichts gezeigt. Deshalb kratzen Journalisten das Oberlehrerhafte entweder aus ihren Entwürfen – oder sie bauen auf masochistische Leser. Ein Interview braucht geistige Offenheit ganz besonders – sonst braucht man gar nicht erst zu fragen. Es sei denn, man nimmt ganz bewusst eine entsprechende Rolle ein: Allerlei fertige Interpretationen serviert Julian Hanich dem Regisseur Jason Reitman als Fragen im Tagesspiegel-Interview – und wählt dann als Überschrift ausgerechnet “Bewegen statt belehren”. Jetzt bin ich zwiegespalten.
Nachlesen? Bitteschön!
Tags: Frageformen · Interview