Interviews können Quellen sein. Der bevorzugte Weg ist zwar: Erst passiert etwas, und danach versuchen Journalisten, mit den Beteiligten zu sprechen. Aber manchmal nutzt es viel mehr, Interviews mit eben jenen Beteiligten anzuschauen, die vor dem Ereignis entstanden.
Zum Beispiel: Das aktuelle Album von Rammstein (veröffentlicht am 16.10.) darf seit heute nicht mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden, weil die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien es auf den Index gesetzt hat. In der Berichterstattung darüber wird häufig ein Bandmitglied zitiert – mit einer direkten Reaktion auf die Indizierung, die Bild am Sonntag veröffentlichte.
Man kann aber auch mal schauen, welche Auffassung von Jugendschutz die Band vor der Indizierung vertrat.
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Tags: Interview · Strategien · Vorbereitung
“Das ist das beste Album, das wir je gemacht haben.”
“Auf dem Set waren wir wie eine große Familie.”
Tausendmal gelesen, das. Dann kommt die kritische Frage. Antwort:
“Ach, darüber mache ich mir doch gar keine Gedanken.”
Klar, man kann darüber klagen, dass Promi-Interviews viel zu oberflächlich sind. Oder man macht sich mal Gedanken darüber, warum das so ist. (more…)
Tags: Interview · Interviewführung · Strategien
Manchmal schlüpfen Interviewer beim Verschriftlichen in die Rolle des Dramatikers: Sie straffen und ordnen Dialoge so, dass sie einer Dramaturgie folgen. So soll es sein. Und manchmal erlauben sie ihren Fingern, Klammern auf den Monitor oder das Papier zu tippen. Gefüllt mit Regieanweisungen. Ist das denn Aufgabe von Journalisten?
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Tags: Interview · verschriftlichen
Schön, wenn ein Interview Fragen aufwirft, über die man nach der Lektüre nachdenken kann. Bei Antworten, die aus einer fremden Sprache übersetzt wurden, frage ich mich zuweilen, was die Interviewte wohl im Originalton gesagt hat. Zum Beispiel, was Fiona Spruill, Online-Chefin der New York Times, in einem E-Mail-Interview mit Doris Priesching von der österreichischen Zeitung Der Standard schrieb. An einer Stelle ist das eindeutig:
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Tags: Interview · verschriftlichen
Kürzlich habe ich davon berichtet, wie ich auf Thomas Bolte gestoßen bin. Heute ist das Interview bei Galore erschienen.
Nachlesen? Bitteschön!
Tags: Interview
Man will ja wissen, wen man da vor sich hat. In vielen Interviews geht es um die Person – insbesondere bei Kulturthemen. Also gräbt sich der Interviewer durch alles, was die Recherche hergibt, um einen Ansatz zu finden, bei dem Persönliches herauskommt. David Denk wählt gleich für den Einstieg in sein taz-Interview mit Henry Hübchen eine Frage, bei der der Schauspieler sich einordnen muss:
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Tags: Interview · Kulturthemen · Strategien
In den meisten Magazinen folgt das Wortlaut-Interview einer festgelegten Form: Ein kurzer Vorspann beschreibt die Interviewsituation, reißt vielleicht auch Kernthemen an, dann folgen Fragen und Antworten, oft gibt es zudem einen kurzen Extrateil mit biografischen Daten über den Interviewgast. Wer mehr vom Drumherum erzählen möchte, wählt meistens eine andere Darstellungsform, etwa “Porträt” oder “Gesprächsprotokoll”. Aber man braucht sich nicht sklavisch an diese Abgrenzung zu halten.
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Tags: Einflussfaktoren · Interview · verschriftlichen
Klar kann mich sich darüber beschweren, dass vielen Interviewpartnern das Vertrauen fehlt, so dass sie sich entweder hinter Allgemeinplätzen und vagen Andeutungen verschanzen oder beim Autorisieren all das herausstreichen möchten, was dem Gespräch Ecken und Kanten gibt. Es lohnt aber, auch einmal die andere Seite zu betrachten: Warum legen manche Menschen sich selbst einen Maulkorb an, sobald ein Mikrofon auf sie gerichtet ist? Mit der Ankündigung, er dürfe jetzt mutig sein, beginnt Tobias Goltz sein Interview mit Oliver Welke (veröffentlicht auf Planet Interview). Der erzählt von Wünschen und Wirklichkeit – und auch davon, was passiert, wenn Interviews bei der Bearbeitung plötzlich Zusammenhänge herstellen, die es vorher nicht gab.
Nachlesen? Bitteschön!
Tags: Autorisierung · Einflussfaktoren · Interview
“Wenn alltägliche Fragen zur Belastung werden” – so überschreibt “Der Standard” ein Interview mit den Neurobiologen Gerald Hüther. Der erklärt, wozu Selbstzweifel und innere Verunsicherung gut sind. Und wie man sich davor bewahrt, dadurch plötzlich sein ganzes Leben in Frage zu stellen. Hartmut Volk stellt ihm die passenden Fragen. Nur eins passt nicht ganz:
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Tags: Interview
Es erscheint logisch, den Interviewbeginn offen und freundlich anzugehen, um eine gute Atmosphäre zu schaffen, Grundlegendes erklären zu lassen – und das Thema erst später mit kritischen Fragen zuzuspitzen. Aber nur weil diese Strategie sich anbietet, heißt das nicht, dass sie eine Regel ist. Es andersherum zu machen, hat auch seine Vorteile:
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Tags: Interview · Strategien · Wirtschaftsthemen