Eigentlich ist alles gut vorbereitet. Ich habe meinen nächsten Interviewpartner höchstpersönlich gefragt, ob er mir ein Interview geben würde, ein kurzes Vorgespräch geführt und später per E-Mail einen Termin vereinbart. Er durfte einen Ort auswählen, solange er ein ruhiges Plätzchen findet. Das Café liegt so, dass wir beide etwa gleich lange dorthin unterwegs sein werden, nah an der U-Bahn und leicht zu finden. Aber keiner von uns taucht dort auf.
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DIE FRAGE NACH DEM KAFFEE
25.08.2010 3 Kommentare
Ich will mir gerade eine Zeitschrift vom Couchtisch im Wartebereich nehmen, da öffnet sich die Fahrstuhltür und Manon Slome rauscht auf mich zu. Wir sind in ihrem Büro zum Interview verabredet. Sie eilt voraus und fragt: “Möchten Sie auch einen Kaffee?” Diese Frage ist nicht so harmlos, wie sie scheint. Denn die Antwort kann sich auf die Interviewatmosphäre auswirken. Und ich habe an diesem Punkt ein Handicap.
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DER MANN MIT DER UHR
29.07.2010 Comments Off
Ein angenehmer Ort kann das Interview für beide Seiten erleichtern. So lassen Pressebetreuer den Konferenzraum mit Getränken und Keksen ausstatten, oder sie buchen gleich ein schickes Hotel-Penthouse, auf dessen Sofa sich fläzen kann, wer das für image- oder gesprächsfördernd hält. Dass ich jetzt hier auf der Dachterrasse sitze, war aber nicht die Idee von Pressebetreuern. Zwar waren gleich drei von ihnen an der Anbahnung des Interviewtermins beteiligt. Den Ort aber hat mein Gesprächspartner vorgeschlagen – und am Ende passiert etwas, das wir beide nur von Terminen mit Pressesprechern kennen.
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ZURÜCKGEFRAGT
21.07.2010 Comments Off
Recherche-Interviews, finde ich, kann man nur bedingt vorbereiten. Meistens denke ich mir bei solchen Gelegenheiten, ich könne ja immer noch ein “richtiges” Interview nachschieben, wenn eine Person sich dafür anbietet. Vielleicht ist das nur eine schlechte Angewohnheit. Trotzdem schreibe ich mir vor Rechercheterminen einige konkrete Fragen auf – allein schon, damit ich auf die Punkte achte, die mir wichtig erscheinen. Und manchmal führt die Situation dann zu Überraschungen – wie gestern mit Yeohlee Teng.
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WENIGE FRAGEN, VIEL STOFF
06.07.2010 Comments Off
Da denkt sich ein Superstar einen exklusiven Vertriebsweg für sein neues Album aus: Gratisbeilage in einer Zeitung. Das bringt einem Journalisten eben jener Zeitung eine weltexklusive Interviewchance ein bei einem, der als mysteriös, exzentrisch und interviewscheu gilt. Mehr Druck geht nicht. Prompt stellt sich heraus, dass ein klassisches Interview mit Prince nicht zu führen ist.
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GESPRÄCH, BEFRAGUNG, VERHÖR
11.03.2010 Comments Off
Heute hat mich die Pausenlektüre einmal wieder daran erinnert: Journalismus lebt vom Fragen. Doch denkt man gleich an diese hübschen Hochglanzmagazinstücken, in denen es um Persönlichkeit geht, sobald das Wort “Interview” fällt . Deshalb wirkt es seltsam deplaziert in einem Text in der Welt, der wiederum aus der New York Times zitiert:
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EINDRUCK SCHINDEN
19.02.2010 3 Kommentare
Schon öfter habe ich jetzt darüber geschrieben, wie PR-Menschen zuweilen in Interviews eingreifen. Dabei ging es aber immer um das Ergebnis. Eine andere Form der Beeinflussung findet viel früher statt – und ich glaube, dass viele Journalisten darüber nur selten nachdenken (mich eingeschlossen):
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SECHS HÄNDE FÜR EIN INTERVIEW
20.01.2010 Comments Off
Ich sitze in der ersten Reihe. Christine Lacroix hält einen Kurzvortrag über den Unterschied zwischen Plagiat und Fälschung und referiert, wie hoch der wirtschaftliche Schaden durch beiderlei Kopien ausfällt. Gleich werde ich sie zu ihrer Arbeit für die Aktion Plagiarius interviewen. Da fällt mein Blick auf einen Stecker. Und ich sehe ein Problem.
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INTERVIEW-ORTE: BRÖTCHEN FÜR STRASSENKÖTER
16.12.2009 Comments Off
Wenn ich ein Band-Interview machen möchte, läuft das normalerweise so ab: Ich melde mich beim zuständigen Betreuer der jeweiligen Plattenfirma oder Agentur und frage nach einem Interviewtermin. Manchmal gibt es Auswahl, manchmal nur eine einzige Chance. Das hängt zum Beispiel davon ab, für wie prominent die Firma diese Band hält. Setzt sie so genannte “Promotage” an, bekomme ich einen “Interview-Slot” (merke: Deutsch ist uncool), und dann treffe ich die Band. Oder ich orientiere mich an deren Tourplan. Oder wir einigen uns auf ein Telefonat, für das verschiedene Termine in Frage kommen. In den meisten Fällen jedenfalls richte ich mich danach, wann die Musiker Zeit für ein Interview haben. Doch gestern gab mein Terminplan den Takt vor – was letztlich zu einem ungewöhnlichen Setting führte.
Es begann letzte Woche mit einer Anfrage:
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MENSCHENFISCHEN
10.08.2009 5 Kommentare
Bevor man ein Interview machen kann, muss man erst einmal den passenden Gesprächspartner finden. Mal schlägt die Redaktion jemanden vor, mal machen Agenturen einem ihre PR-Lammbraten schmackhaft, mal bringt eine Recherche Namen mit sich. Allerdings sollte man bei all diesen Techniken nicht vergessen, dass Neugier und Aufmerksamkeit mit gutem Grund zu den Basisqualitäten guter Journalisten gehören.
Meinen potenziell (wenn ich das Thema verkauft bekomme) nächsten Interviewpartner treffe ich nur deswegen, weil (more…)
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