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Entries Tagged as 'Strategien'

NOCH MEHR KUMMER?

19.03.2010 1 Kommentar

Nennen Sie mir doch einmal drei berühmte Interviewer. Zu schwierig? Das würde für feine Zurückhaltung sprechen. Oder dafür, dass man in Interviews wenig eigenen Stil zeigen kann. Unsinn. Interviewer sind so eitel wie andere Journalisten auch, und ohne eigenen Stil schaffen sie ihre Arbeit wohl kaum. Aber es gibt etwas, mit dem man viel mehr Aufmerksamkeit bekommt als mit guter Arbeit. Jedenfalls habe ich heute wieder einmal den Eindruck, mit Interviews kommt man am ehesten dann ins Gespräch, wenn man etwas falsch gemacht hat. Wie offenbar nun auch Ingo Mocek.

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INTERVIEWS FÜHREN: UND WAS IST MIT MIR?

26.02.2010 3 Kommentare

“Und, wie war XY so?”, fragen Freunde hinterher. Fraglich, ob sich das nach einer halben Stunde im selben Raum sagen lässt. Einmal davon abgesehen, dass die Interviewten oft durch ihre Rolle und nicht als Privatperson für Interviews interessant werden – und sich entsprechend präsentieren. Trotzdem jagen die meisten Journalisten dem Authentischen nach. Sie wollen den Interviewpartner als Menschen sehen – schließlich ist ein Interview zur Parademethode geworden, um Einblicke in Innenleben zu geben. Muss, wer das erreichen möchte,  er selbst sein oder sollte er sich ebenso inszenieren?

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FALSCHE ANTWORT

10.02.2010 1 Kommentar

Irgendwer will bei Interviews immer seine Interessen durchdrücken. Dieser Umstand wird meist im Zusammenhang mit “Autorisierung” beklagt. In den letzten Wochen habe ich es mehrfach mit anderweitigen Begehrlichkeiten zu tun gehabt: Redakteure und Magazinmacher erwarten zuweilen ganz bestimmte Antworten. Und das führt zu absurdem Theater.

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KEINE FRAGEN AN SALINGER

29.01.2010 Comments Off

Wenn ein berühmter Mensch stirbt, muss ein Nachruf her. Meist steigt auch die Nachfrage nach Interviews an – besonders die nach dem letzten. Ein lieber Kollege hat eine Zeit hinter sich, in der er sich fragen lassen musste, ob er ein Unglücksrabe sei – binnen eines Jahres hatte er mehrere solcher letzten Interviews im Computer, weil seine Interviewpartner kurz nach den jeweiligen Terminen gestorben waren.

Und jetzt lese ich seit Tagen Texte über J. D. Salinger, denen man das Ringen um aktuelle Information, geschweige denn O-Töne, deutlich anmerkt. Salinger hat kaum Interviews gegeben. Ironischerweise brach er einmal sein Schweigen, weil er sein zurückgezogenes Dasein schützen wollte. Aus seinem Beispiel lassen sich mindestens zwei Lehren ziehen.

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RÜCKBLICKEND WÜRDE ICH SAGEN …

11.11.2009 Comments Off

Interviews können Quellen sein. Der bevorzugte Weg ist zwar: Erst passiert etwas, und danach versuchen Journalisten, mit den Beteiligten zu sprechen. Aber manchmal nutzt es viel mehr, Interviews mit eben jenen Beteiligten anzuschauen, die vor dem Ereignis entstanden.

Zum Beispiel: Das aktuelle Album von Rammstein (veröffentlicht am 16.10.) darf seit heute nicht mehr an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft werden, weil die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien es auf den Index gesetzt hat. In der Berichterstattung darüber wird häufig ein Bandmitglied zitiert – mit einer direkten Reaktion auf die Indizierung, die Bild am Sonntag veröffentlichte.

Man kann aber auch mal schauen, welche Auffassung von Jugendschutz die Band vor der Indizierung vertrat.

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SELBSTDARSTELLER

26.10.2009 Comments Off

“Das ist das beste Album, das wir je gemacht haben.”

“Auf dem Set waren wir wie eine große Familie.”

Tausendmal gelesen, das. Dann kommt die kritische Frage. Antwort:

“Ach, darüber mache ich mir doch gar keine Gedanken.”

Klar, man kann darüber klagen, dass Promi-Interviews viel zu oberflächlich sind. Oder man macht sich mal Gedanken darüber, warum das so ist. (more…)

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GUTE FRAGE!

08.10.2009 Comments Off

Ach, so geht es mit der Eitelkeit: Der Mensch hört zuweilen nur das, was er hören will. Im Interview zum Beispiel, wenn einer sagt: “Oh, das ist eine gute Frage.” Vielleicht soll es ja ein Lob sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich dahinter höfliche Strategie verbirgt: Zeit gewinnen lautet die Devise, mit der manches Interview gehandelt wird.

Ein Spezialfall liegt vor, wenn ein Interviewgast damit – oder mit anderen Mitteln – sehr viele Fragen beantwortet. Genauer gesagt: eben nicht beantwortet. So füllt sich das Stundenglas, nicht aber der geplante journalistische Beitrag. Was tun?

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WER SIND SIE?

04.09.2009 Comments Off

Man will ja wissen, wen man da vor sich hat. In vielen Interviews geht es um die Person – insbesondere bei Kulturthemen. Also gräbt sich der Interviewer durch alles, was die Recherche hergibt, um einen Ansatz zu finden, bei dem Persönliches herauskommt. David Denk wählt gleich für den Einstieg in sein taz-Interview mit Henry Hübchen eine Frage, bei der der Schauspieler sich einordnen muss:

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HAT SIE DER MUT VERLASSEN?

16.04.2009 Comments Off

Es erscheint logisch, den Interviewbeginn offen und freundlich anzugehen, um eine gute Atmosphäre zu schaffen, Grundlegendes erklären zu lassen – und das Thema erst später mit kritischen Fragen zuzuspitzen. Aber nur weil diese Strategie sich anbietet, heißt das nicht, dass sie eine Regel ist. Es andersherum zu machen, hat auch seine Vorteile:

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KOLLEGEN KITZELN

27.03.2009 1 Kommentar

Wenn Journalisten Journalisten interviewen, geht es oft schnell ums Handwerk. Für LeserInnen, die anderen Berufen nachgehen, ist das trotzdem spannend – besonders, wenn der Interviewgast unter erschwerten Bedingungen arbeitet. Knut Henkel hat für Jungle World den kolumbianischen Journalisten Hollmann Morris interviewt – und sich entschlossen, gleich mit einem der Vorwürfe anzufangen, die man Morris in seiner Heimat macht:

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