So, da liegen also jetzt jede Menge Interview-Aufnahmen wie ein Heuhaufen, aus dem Zitate für ein Porträt gezogen werden sollen. Manchmal will man das Gesagte bearbeiten, damit es in den Kontext passt: Hier zieht sich ein Satz in die Länge, dort fehlt es an Klarheit. Ist das denn erlaubt?
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ANTWORTEN BEARBEITEN: WAS SAGT MADOFF WIRKLICH?
28.02.2011 Comments Off
Tags: Interview · verschriftlichen · Wirtschaftsthemen
ORDENTLICH VORBAU
16.02.2011 Comments Off
Kurze Frage, gute Frage. So einfach kann man es sich machen. Bis dann das Gesprächsthema in Tiefen abtaucht, die nur versteht, wer, nun ja: im Thema steckt. Irgendwo müssen da weitere Informationen hingesteckt werden. Manches Mal nehme ich diesen Impuls als Zeichen dafür, dass eine andere Textform als ein Wortlaut-Interview besser passt. Aber das muss nicht sein. Das Interview eines Tagesschau-Teams mit Aung San Suu Kyi funktioniert trotz der Fragen mit einem Vorbau, auf dem eine Fußballmannschaft zum Grillen antreten könnte.
Tags: Frageformen · verschriftlichen
EINSILBIG? ZWEISCHNEIDIG
08.11.2010 Comments Off
Die Zeit läuft auf meinem Aufnahmegerät. Ein Blick verrät mir: Für dieses Interview werde ich nicht lange brauchen. Das könnte mich nervös machen: Wie soll ich denn bloß die Zeit füllen? Aber auf einen einsilbigen Interviewgast bin ich vorbereitet.
Tags: Frageformen · Strategien · verschriftlichen · Vorbereitung
ZUM SCHIESSEN
18.10.2010 Comments Off
Es lohnt sich, ganz genau zuzuhören, wenn man Interviews abhört und verschriftlicht. Manches Detail geht einem in der Interviewsituation durch die Lappen, manches versteht man falsch – und manches rückt man in der Erinnerung zu einer vielleicht schönen, aber unwahren Geschichte zurecht. Also konzentriere ich mich. Und denke zugegebenermaßen zuweilen mit Grausen daran, dass da noch soundsoviele Minuten vermeintliche Routinearbeit auf mich warten. In Stunden rechne ich das immer erst im Nachhinein. Aber als ich mich jetzt mit meinem Interview mit dem Fotografen Yu Tsai beschäftige, finde ich meinen Spaß – auch wenn es vermutlich ein übermüdeter, auf alle Fälle aber alberner Sprachfreundinnenspaß ist.
Tags: verschriftlichen
WAS DER VORSPANN VERSPRICHT
08.10.2010 Comments Off
So, das Interview ist abgetippt, in Form gebracht, fertig – fehlt nur noch der Vorspann. Was die Frage aufwirft: Was soll drinstehen? Die paar Zeilen sind wichtig: Sie werben für den Text. Am besten funktioniert das, wenn man anreißt, worum es im Interview geht – und zwar auf eine Weise, die neugierig macht. Wenn ich dabei von einer Idee zur fertigen Formulierung vorgedrungen bin, überprüfe ich mich mit einer Merkzettel-Frage: Hält es, was es verspricht?
Tags: verschriftlichen
WOHIN MIT DEN QUERVERWEISEN?
06.08.2010 Comments Off
Sobald es Ort und Thema auch nur ansatzweise hergeben, neigen Fachleute (glücklicherweise!) dazu, einem zu zeigen, was sie meinen. Das bringt jede Reportage nach vorne. Ist aber ein Wortlaut-Interview gefragt, packt manchen Interviewer der blanke Horror, sobald der Interviewte Grafiken hervorzaubert oder Geräte in Bewegung setzt. Wo soll man diese Querverweise später unterbringen? Mit der Arbeit an Strategien, wie man die Expertin dazu kriegt, ihre Ideen, Arbeitsweise und Ergebnisse in verständliche Worte zu fassen, die ohne Hilfsmittel funktionieren, kann ein Interviewer sehr viel Zeit verbringen. Dabei lässt sich die Zeigefreudigkeit prima nutzen.
Tags: Interview · verschriftlichen
VOM STAR-INTERVIEW ZUM ZITAT-GENERATOR
13.07.2010 Comments Off
Interviews sind Kunst. Und ein Geschäft. Auf der einen Seite des Handels steht einer, der Aufmerksamkeit für sich erwirbt (und für was auch immer er gerade für lukrativ oder wichtig hält). Auf der anderen Seite steht einer, der Aufmerksamkeit für sein Magazin erwirbt (weil er das für lukrativ oder wichtig hält). Und dazwischen steht der Interviewer. Also ich.
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WENIGE FRAGEN, VIEL STOFF
06.07.2010 Comments Off
Da denkt sich ein Superstar einen exklusiven Vertriebsweg für sein neues Album aus: Gratisbeilage in einer Zeitung. Das bringt einem Journalisten eben jener Zeitung eine weltexklusive Interviewchance ein bei einem, der als mysteriös, exzentrisch und interviewscheu gilt. Mehr Druck geht nicht. Prompt stellt sich heraus, dass ein klassisches Interview mit Prince nicht zu führen ist.
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GESPRÄCH, BEFRAGUNG, VERHÖR
11.03.2010 Comments Off
Heute hat mich die Pausenlektüre einmal wieder daran erinnert: Journalismus lebt vom Fragen. Doch denkt man gleich an diese hübschen Hochglanzmagazinstücken, in denen es um Persönlichkeit geht, sobald das Wort “Interview” fällt . Deshalb wirkt es seltsam deplaziert in einem Text in der Welt, der wiederum aus der New York Times zitiert:
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DRUCKEN STATT DRUCKSEN
05.03.2010 Comments Off
Dean DeLeo zählt offenbar nicht zu denjenigen, die bei Autorisierungen allerlei Dinge zurücknehmen. Im Gegenteil: Der Gitarrist der Stone Temple Pilots spricht einen Satz zu Ende, macht eine kleine Pause, doch als ich eine Anschlussfrage stelle, unterbricht er mich und sagt:
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