Sobald es Ort und Thema auch nur ansatzweise hergeben, neigen Fachleute (glücklicherweise!) dazu, einem zu zeigen, was sie meinen. Das bringt jede Reportage nach vorne. Ist aber ein Wortlaut-Interview gefragt, packt manchen Interviewer der blanke Horror, sobald der Interviewte Grafiken hervorzaubert oder Geräte in Bewegung setzt. Wo soll man diese Querverweise später unterbringen? Mit der Arbeit an Strategien, wie man die Expertin dazu kriegt, ihre Ideen, Arbeitsweise und Ergebnisse in verständliche Worte zu fassen, die ohne Hilfsmittel funktionieren, kann ein Interviewer sehr viel Zeit verbringen. Dabei lässt sich die Zeigefreudigkeit prima nutzen.
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VOM STAR-INTERVIEW ZUM ZITAT-GENERATOR
13.07.2010 Keine Kommentare
Interviews sind Kunst. Und ein Geschäft. Auf der einen Seite des Handels steht einer, der Aufmerksamkeit für sich erwirbt (und für was auch immer er gerade für lukrativ oder wichtig hält). Auf der anderen Seite steht einer, der Aufmerksamkeit für sein Magazin erwirbt (weil er das für lukrativ oder wichtig hält). Und dazwischen steht der Interviewer. Also ich.
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WENIGE FRAGEN, VIEL STOFF
06.07.2010 Keine Kommentare
Da denkt sich ein Superstar einen exklusiven Vertriebsweg für sein neues Album aus: Gratisbeilage in einer Zeitung. Das bringt einem Journalisten eben jener Zeitung eine weltexklusive Interviewchance ein bei einem, der als mysteriös, exzentrisch und interviewscheu gilt. Mehr Druck geht nicht. Prompt stellt sich heraus, dass ein klassisches Interview mit Prince nicht zu führen ist.
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GESPRÄCH, BEFRAGUNG, VERHÖR
11.03.2010 Keine Kommentare
Heute hat mich die Pausenlektüre einmal wieder daran erinnert: Journalismus lebt vom Fragen. Doch denkt man gleich an diese hübschen Hochglanzmagazinstücken, in denen es um Persönlichkeit geht, sobald das Wort “Interview” fällt . Deshalb wirkt es seltsam deplaziert in einem Text in der Welt, der wiederum aus der New York Times zitiert:
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DRUCKEN STATT DRUCKSEN
05.03.2010 Keine Kommentare
Dean DeLeo zählt offenbar nicht zu denjenigen, die bei Autorisierungen allerlei Dinge zurücknehmen. Im Gegenteil: Der Gitarrist der Stone Temple Pilots spricht einen Satz zu Ende, macht eine kleine Pause, doch als ich eine Anschlussfrage stelle, unterbricht er mich und sagt:
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UNGEFRAGT REINGESCHOBEN
15.01.2010 Keine Kommentare
Irgendeine Information bleibt immer auf der Strecke. In Interviews kann daraus ein Formproblem werden: Was tun, wenn ich zwar die Antwort verstehe, weil ich (wie es sich gehört) bestens vorbereitet bin - aber gleichzeitig unsicher bin, ob meine Leser dem Gesagten ohne Erläuterung folgen können?
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STURM IM PROSECCOGLAS
06.01.2010 Keine Kommentare
Autorisierungswünsche nerven. Weil damit die Sorge einhergeht, dass die Interviewte dabei wichtige Aussagen wieder zurückziehen will. Und Dinge einfügt, die sie nie gesagt hat. Und weil das Prozedere Arbeit macht. Aber diese Gründe höre ich selten.Beschwerden über die Interview-Autorisierung orakeln stattdessen mindestens Gefahren für die Moral, wenn nicht gar für die Zukunft des Journalismus. Ehrenwert, so scheint es. Doch (more…)
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FRAG DEN RICHTER (LIEBER NICHT)
17.11.2009 Keine Kommentare
Autorisieren klingt schon so autoritär. Im journalistischen Alltag sind aber leider nicht alle Hürden genommen, nachdem eine Journalistin die gewünschte Person zu einem Interviewtermin bewegen konnte und Antworten auf ihre Fragen auf Band oder Stick hat. Manche fragen hinterher scheinheilig, ob sie “das noch mal sehen dürfen”. Andere lassen sich überhaupt nur auf ein Gespräch mit der Presse ein, wenn ihnen vorher schriftlich versichert wird, dass sie den Text oder Beitrag später “abnehmen” werden, bevor auch nur ein Sterbenswörtchen davon an die Öffentlichkeit gerät. Muss das sein?
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GESAGT IST GESAGT
03.11.2009 Keine Kommentare
Das habe ich nie gesagt! An dieser Feststellung hängt vielleicht ein Vorwurf. Auf jeden Fall hat sie einen Änderungswunsch in Schlepptau. Und normalerweise kommt dieser Satz von denen, deren Antworten Interviewerinnen veröffentlichen (möchten). Mit Jon Spencer geht es mir andersrum.
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WAS SAGT DIE REGIE?
21.10.2009 Keine Kommentare
Manchmal schlüpfen Interviewer beim Verschriftlichen in die Rolle des Dramatikers: Sie straffen und ordnen Dialoge so, dass sie einer Dramaturgie folgen. So soll es sein. Und manchmal erlauben sie ihren Fingern, Klammern auf den Monitor oder das Papier zu tippen. Gefüllt mit Regieanweisungen. Ist das denn Aufgabe von Journalisten?
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